Whatever Works

whatever-works-poster-202x300

Die Aussage „Ich mag Woody Allen Filme“ ist heute nicht mehr ganz so eindeutig, wie sie es mal war, denn seit 2004 teilt sich Allens filmisches Werk in zwei Lager, Prä- und Post-“Melinda & Melinda“.

„Melinda & Melinda“ war erst der zweite Woody Allen Film, den ich im Kino gesehen hatte (der erste war „Anything Else“), aber der Großteil seines Frühwerks war  durch Video und Fernsehn bekannt, ich war also bereits ein Fan. Ein Woody Allen Film war sowieso etwas ganz besonderes. Nur Wenige schaffen es zu Lebzeiten,  einen ähnlichen Filmlegendenstatus wie Charlie Chaplin, Marlon Brando oder Orson Welles zu erhalten. Woody Allen war für mich nicht nur irgendein Filmstar, er war synonym mit Kino. Ein dementsprechend großes Ereignis war also der Besuch eines Woody Allen Films.

Um so enttäuschender war „Melinda & Melinda“,  der sich an den guten Stellen wie die schlechte Kopie eines Woody Allen Films anfühlte. Einzig Will Ferell gefiehl mir ganz gut in der Rolle, die Allen sonst immer mit sich selbst besetzt hatte.  Auf dem Blog schrieb ich damals dazu:

Um es in einer, etwas vereinfachten, Formel festzuhalten :
Neuer Spielberg-Film (München) = Gut +
Neuer Woody Allen-Film = Schlecht – :(

Ich blieb dennoch optimistisch. Da unzählige Faktoren in die Produktion eines Films einfliessen, kann selbst dem besten Regiesseur mal ein Werk misslingen. Dann kam „Matchpoint“ und ich will verdammt sein, „Matchpoint“ auch nur mit einem guten Wort zu verteidigen. Dann kam „Scoop“, der…Ok war. Nicht überragend, aber stellenweise ganz unterhaltsam. Dann kam „Cassandra’s Dream“, der ohne Übertreibung mit zu den schlechtesten Filmen gehört, die ich seit langem gesehen habe. Unoriginell, uninspiriert und überwiegend langweilig. Leider ist es nicht so einfach, dass man behaupten könne, Woody Allen ist ein sehr guter Komödien-Regiesseur und kein guter „Alles Andere“-Regiesseur. Schon 1989 zeigte er mit „Verbrechen und andere Kleinigkeiten“, dass er die ganze Schuld und Sühne Nummer beherrschte, sehr gut sogar.

Der Deutschlandstart von „Vicky Christina Barcelona“, Allens Film für 2008, kam und ging an mir vorüber, aber ehrlich gesagt, hätte ich wohl auch gezögert ins Kino zu gehen, selbst wenn ich etwas davon mitbekommen hätte. Der Genre-Eintrag „Romance, Drama“ bei Imdb, sowie der Handlungsort, der wohl nicht in New York liegt, schrecken mich ab.

Es soll allerdings Leute geben, denen der Post-Melind & Melinda Allen gefällt. Vielleicht mögen sie ja britische Dramen, die britischen Groschenroman entsprungen sein könnten, in denen reiche oder arme Briten andere reiche oder arme Briten töten oder um ihr Geld betrügen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden (ausser gelegentlichem Gähnen), aber dafür braucht es doch nicht Woody Allen.

Hoffnung naht.

Vielleicht ist alle Hoffnung um Le Wood doch nicht vergebens. Scheint so, als hätte er seine ungebürend langweilige britische Adels-Phase überwunden und würde jetzt endlich wieder den selben Film machen, den er früher immer wieder gedreht hat. Nur eben mit Larry David in seiner Rolle!!

Und ich muss sagen, Larry David + Woody Allen+ New York ist eine absolut Hoffnungs beschwörende Kombination und vielleicht die letzte Chance für eine alternde Filmlegende, wieder zu dem zurück zu kehren, was ihn legendär gemacht hat, Prä-Melinda & Melinda. Whatever Works, eben.

Explore posts in the same categories: Kino

Tags: , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Comment: