… kann es schnell surreal werden. Zum Beispiel wenn man unterwegs Typen trifft, die man schon hunderte Mal beim Surfen gesehen hat, meist in einem humoristischen Kontext. Wie Mr. Cool Ice.
Mr. Cool Ice lebt, darauf machten mich zwei Freunde aufmerksam, die ihn kurz vorher in einer Eisdiele gesichtet hatten. Und er ist Mainzer…das macht auf eine beunruhigende Weise einen grauenhaften Sinn. Unwirklich blieb diese Begegnung dennoch – genauso gut hätte da Rick Astley oder der allseits beliebte Pedobär sitzen können.
Gestern Nacht habe ich den Gehirnforscher Eric Kandel bei Beckmann (er selbst brillant langweilig wie immer) gesehen, und da es nichts sympathischeres als alte Männer mit Fliege, wiener Akzent und amerikanischer Grammatik gibt und das Thema Gedächtnisforschung sowieso sehr spannend ist, möchte ich jetzt seinen Film anschauen. Hier gibt’s den Trailer ->http://www.kandel-film.de/
Und wenn sie kommen um es zu Ende zu bringen, steht da schon Orlando, allein auf dem Feld, umgeben von den Leichen hundert erschlagener Männer. Der Regen prasselt unerbittlich, aber es gibt nicht genug Wasser im Himmel um seinen Zorn zu kühlen. Es ist nicht genug.
Es ist nie genug.
Sie kommen beritten, auf Greifen, Lindwürmern und geflügelten Pferden. Manche kommen zu Fuß, manche in Karren aus loderndem Gold. In ihren Händen führen sie gezähmte Blitze, sich windende Schlangen, Mantikor-Stacheln, Schwerter aus Glut und Schwefel und Feuer.
Orlando wartet, in seiner Hand ruht Durendal, kalt fühlt es sich an. Regen fliest in Strömen über seine Schneide.
Als sie sich auf ihn stürzen erbebt der Himmel, ein Sturm bricht los. Schrecklich ist ihr Anblick, im Licht eines Blitzes erstarrt sehen sie aus wie die Götter heidnischer Sagen.
Als es vorbei ist, als es zu Ende gebracht wurde, blickt Orlando auf. Er hält Durendal immer noch fest umschlossen, sein Zorn lichtet sich für einen Moment. Er blickt auf die gebrochenen Körper seiner Feinde, alter Freunde.
Ohne es wirklich geplant zu haben, ertappte ich mich vorgestern und gestern dabei, die kompletten Pressekonferenzen von Microsoft, Nintendo, Sony und den Großteil von Ubisoft live im Internet mitzuverfolgen. Aus Gründen, die ich nicht ganz nachvollziehen kann, bleibe ich bei Live-Übertragungen meistens hängen, sei es nun die Enthüllung eines neuen Videospiels, eine Preisverleihung oder die Papstwahl. Der kleine Zusatz “Live” hat aus unerfindlichen Gründen auf mich eine magische Anziehungskraft. Nur so kann ich mir erklären, warum ich gestern bis kurz nach 4 Uhr Nachts ausharrte, nur um keine Sekunde der Live-Blogg Berichterstattung vom Nintendo Roundtable zu verpassen. Es drängt sich der Gedanke auf, dass da einen Menge fehlgeleiteter Energien in mir fliessen, die nicht nur nichts erreichen, sondern auch produktivere Ambitionen abtöten, zum Beispiel durch das Stilmittel “Schlafentzug durch viel zu langes Wachbleiben für absolut unspektakuläre Live gebloggte Interviews”. Aber genug der Selbstanalyse. Reden wir über VIDEOSPIELE! YAAY!
Hier meine Top 5 Highlights der bisherigen E3 Pressekonferenzen:
Platz 5: James Camerons Monolog auf der Ubisoft Konferenz.
Ok ich geb’ zu, James Camerons Auftritt hat es nur in die Top 5 geschafft, weil er freizügig (für seine Verhältnisse) mit Infos zu seinem neuen Film AVATAR um sich geschmissen hat. AVATAR, Mann! Das 3DMeisterwerk, das den Gerüchten zu Folge UNSERE AUGEN MIT NOCH NIE GESEHENEN FREMDEN WELTEN UND VORSTELLUNGSKRAFTSPRENGENDEN KREATUREN VERGEWALTIGEN WIRD!! Ach ja, ein Spiel zum Film soll irgendwan auch rauskommen…
Platz 4: Metroid: Other M
Endlich ein neues Metroid Spiel, das kein Egoshooter ist. Nicht falsch verstehen, ich mag die Metroid Prime Reihe, aber es wurde Zeit für was neues. Der Trailer sah ziemlich cool aus und war für mich so ziemlich das einzige Highlight der Nintendo Präsentation. Erhlich, Nintendo, wie wäre es mal mit ein bisschen Innovation neben dem ständigen MARIOMARIOMARIOLOLMARIO-Aufguss und den Fitnessgeräten für Gelegenheitsspieler? Und wo ist mein neues ZELDA??? (Paradox, mein Wunsch nach Innovation, während ich gleichzeitig nach dem neusten Aufguss einer Dauerreihe schreie, ich weiss)
Platz 3: Sonys 1 zu 1 Motion Tracking-Controller-Zauberstab-Ding
Japp, der Punkt für die beste Umsetzung eines Wii ähnlichen “Wackel-Zappel” Controllers geht an Sony. Ja, Microsofts Projekt Natal war im Konzept beeindruckender, aber Sonys Work-in-Progress Apparatur hat schon jetzt besser funktioniert und erscheint mir die praktisch besser umsetzbarere Variante zu sein. Im Endeffekt war Sonys Zauberstab der Controller, der die Wii-Remote von Anfang an hätte sein sollen (Und wie sie auch angepriesen wurde). Sorry Wii Motion Plus.
Platz 2: Metal Gear Solid: Rising
Noch gibt es nicht viel über den neuen Ableger von Hideo Kojimas Metal Gear Serie zu berichten, aber die Fans spekulieren schon wie Nanomaschienenverbesserte Supersoldaten. Fest steht nur, dass diesmal Raiden am Zug ist, die Welt vor atomarer Vernichtung und nicht enden wollenden Zwischensequenzen zu retten. Aber wer dieser neue Raiden ist und ob es sich dabei überhaupt um einen Sequel oder vielleicht um ein Prequel handelt, steht noch offen. Ach ja, der Untertitel des Spiels ist LIGHTNING BOLT ACTION. Weeeeeeee!!!
Platz 1 meiner persönlichen Highlights der bisherigen E3 Pressekonferenzen iiiiiiiiist:
THE LAST GUARDIAN
Hier der Versuch meinen Gedankengang währende der Präsentation zu rekonstruieren.
“Also die Sony Konferenz ist schon fast zuende, eine Menge Spiele wurden schon gezeigt, OH MEIN GOTT Final Fantasy XIV exklusiv auf der PS3 – achso, ist nur ein online Spiel, naja egal, wurden schon genug anderes Zeug gefeatured, hey wo ist eigentlich Final Fantasy Versus XIII und plötzlich BAAAM! Kein Final Fantasy Versus XII, aber….
Die Aussage “Ich mag Woody Allen Filme” ist heute nicht mehr ganz so eindeutig, wie sie es mal war, denn seit 2004 teilt sich Allens filmisches Werk in zwei Lager, Prä- und Post-”Melinda & Melinda”.
“Melinda & Melinda” war erst der zweite Woody Allen Film, den ich im Kino gesehen hatte (der erste war “Anything Else”), aber der Großteil seines Frühwerks war durch Video und Fernsehn bekannt, ich war also bereits ein Fan. Ein Woody Allen Film war sowieso etwas ganz besonderes. Nur Wenige schaffen es zu Lebzeiten, einen ähnlichen Filmlegendenstatus wie Charlie Chaplin, Marlon Brando oder Orson Welles zu erhalten. Woody Allen war für mich nicht nur irgendein Filmstar, er war synonym mit Kino. Ein dementsprechend großes Ereignis war also der Besuch eines Woody Allen Films.
Um so enttäuschender war “Melinda & Melinda”, der sich an den guten Stellen wie die schlechte Kopie eines Woody Allen Films anfühlte. Einzig Will Ferell gefiehl mir ganz gut in der Rolle, die Allen sonst immer mit sich selbst besetzt hatte. Auf dem Blog schrieb ich damals dazu:
Um es in einer, etwas vereinfachten, Formel festzuhalten :
Neuer Spielberg-Film (München) = Gut +
Neuer Woody Allen-Film = Schlecht –
Ich blieb dennoch optimistisch. Da unzählige Faktoren in die Produktion eines Films einfliessen, kann selbst dem besten Regiesseur mal ein Werk misslingen. Dann kam “Matchpoint” und ich will verdammt sein, “Matchpoint” auch nur mit einem guten Wort zu verteidigen. Dann kam “Scoop”, der…Ok war. Nicht überragend, aber stellenweise ganz unterhaltsam. Dann kam “Cassandra’s Dream”, der ohne Übertreibung mit zu den schlechtesten Filmen gehört, die ich seit langem gesehen habe. Unoriginell, uninspiriert und überwiegend langweilig. Leider ist es nicht so einfach, dass man behaupten könne, Woody Allen ist ein sehr guter Komödien-Regiesseur und kein guter “Alles Andere”-Regiesseur. Schon 1989 zeigte er mit “Verbrechen und andere Kleinigkeiten”, dass er die ganze Schuld und Sühne Nummer beherrschte, sehr gut sogar.
Der Deutschlandstart von “Vicky Christina Barcelona”, Allens Film für 2008, kam und ging an mir vorüber, aber ehrlich gesagt, hätte ich wohl auch gezögert ins Kino zu gehen, selbst wenn ich etwas davon mitbekommen hätte. Der Genre-Eintrag “Romance, Drama” bei Imdb, sowie der Handlungsort, der wohl nicht in New York liegt, schrecken mich ab.
Es soll allerdings Leute geben, denen der Post-Melind & Melinda Allen gefällt. Vielleicht mögen sie ja britische Dramen, die britischen Groschenroman entsprungen sein könnten, in denen reiche oder arme Briten andere reiche oder arme Briten töten oder um ihr Geld betrügen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden (ausser gelegentlichem Gähnen), aber dafür braucht es doch nicht Woody Allen.
Hoffnung naht.
Vielleicht ist alle Hoffnung um Le Wood doch nicht vergebens. Scheint so, als hätte er seine ungebürend langweilige britische Adels-Phase überwunden und würde jetzt endlich wieder den selben Film machen, den er früher immer wieder gedreht hat. Nur eben mit Larry David in seiner Rolle!!
Und ich muss sagen, Larry David + Woody Allen+ New York ist eine absolut Hoffnungs beschwörende Kombination und vielleicht die letzte Chance für eine alternde Filmlegende, wieder zu dem zurück zu kehren, was ihn legendär gemacht hat, Prä-Melinda & Melinda. Whatever Works, eben.
Während das Rotkehlchennest langsam und träge blinzelnd aus dem halbjahres Schlaf erwacht, hat ein langjähriger Begleiter, Gönner und Förderer des Blogs begonnen, die aktuelle Trendwelle zu reiten und das cutting edge der neuen Medien für sich zu entdecken. Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass bloggen tot ist und twittern die unausweichliche Zukunft darstellt, muss ich meinem Mentor doch in einer Sache recht geben: Zu twittern ist sehr kleidsam.
Aber ohne mich. Wie bekannt sein dürfte, lassen sich die genauen Beobachtungen des RotkehlchenNest nicht in in 140 Zeichen pressen. Dennoch wünsche ich dem mysteriösen Graf X alles Gute und verweise gerne auf seine Seite:
https://twitter.com/DerGrafX
P.S. Wie mir der Graf mitteilte hat sich auch ein weiterer Anonymer aus der Welt des Hochadels zu Wort gemeldet: Der nicht minder mysteriöse Baron Z.
P.P.S. Wird sich auch diese Stimme erheben, oder siegt die Angst vor Enttarnung, Eklat und sozialem Abstieg?
Ich kann sie hören, die Spötter. Die Kleindenker. Ich kann sie sehen!! Diejenigen, die da behaupten, man könne auf einem komatösen Blog nicht einfach so an einen mittlerweile fast drei Jahre alten Eintrag anküpfen, ohne näher auf historischen Kontext und Beweggründe einzugehen. Pah!
Ich verweise nur auf diesen Eintrag, der allen Lesern aus der Prä-Hubertus Albers/Wallstreet Journal Ära noch gut in Erinnerung sein wird. Und nun direkt zur großen Nachricht–>
Neueste Kommentare